Klimadiskurs-NRW

Blog


Wir containern – und erzeugen den frischesten Salat in NRW


28.04.21 | von


Mit 150 Litern Wasser können wir ein erholsames Bad nehmen, 180 Kannen Tee zubereiten – oder 1.500 Kilogramm Salat herstellen. Auf zwölf Quadratmetern, ohne Pestizide, ohne Erde. Im Klimaquartier Arrenberg steht einer von zwei Prototypen, in denen das funktioniert. Die Ernte kann ungewaschen sofort gegessen werden. Frischer geht es nicht.

Ein Beitrag von Pascal Biesenbach

© Gunnar Bäldle
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Innovationen ‚bottom-up‘: Die Grundlage für die Energiewende war und bleibt divers


25.02.21 | von


Ein Abschied und ein ‚Weiter so!‘ von Dr. Sophia Schönborn

Wer hätte im Jahr 2000 zur Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes durch die Rot-Grüne Bundesregierung gedacht, dass im Jahr 2019 die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien die der Braun- und Steinkohlekraftwerke deutlich übersteigen würde? Dass wir heute an einer Verkehrs- und Wärmewende arbeiten und dass sich Industrie, Umweltverbände, Gewerkschaften, Wissenschaft, Kirchen und Wirtschaft in einem Verein wie KlimaDiskurs.NRW langfristig zusammentun? Damals galten die Klimaschützer als ‚Ökospinner‘, verschrobene Tüftler und Langzeit-Engagierte aus der vergangenen Umwelt- und Anti-Atomkraftbewegung. In meiner Forschung und zahlreichen Interviewreisen habe ich mit besorgten Eltern und Großeltern, Pfarrern, mit engagierten RenterInnen, Bürgermeistern, UnternehmerInnen, WissenschaftlerInnen oder Bäuerinnen gesprochen. Es zeigt sich, dass wir es damals schon mit einem diversen Akteursspektrum zu tun hatten, das auf unterschiedlichen Wegen innovativ eine konkrete Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende gegeben hat. Zum Abschied von KlimaDiskurs.NRW will ich mit dem kurzen Schlaglicht auf meine Dissertation zeigen, dass auch der Blick zurück lohnt: Auf dem vermeintlich steinigen Weg zu den kommenden Klimazielen haben wir als Gesellschaft bereits ein großes Stück geschafft. Sieht man zudem auf die harten Konfliktlinien, die von den 70er bis in die 90er Jahre hineinreichten, haben wir als Gesellschaft schon einen guten Grundstein für die kommende gemeinsame Bewältigung dieser Transformation gelegt.

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Die Akteure haben verstanden – die Politik noch nicht.


25.02.21 | von


Die Energiewende ist von einer Vision zu einer Frage des Fortbestandes sowohl der Menschheit insgesamt als auch des wirtschaftlichen Überlebens vieler Unternehmen geworden. Die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien ist erreicht, zunächst zumindest für die Eigenbedarfsdeckung. Der Ausstieg aus den Subventionen ist absehbar. Der Eintritt in die dritte Phase der Energiewende – nach der Markteinführung und der Marktdurchdringung nunmehr die Marktdominanz – steht bevor. Aber nicht nur bei den Erneuer-baren sinken beständig die Kosten – auch die Rohstoffpreise für fossile Brennstoffe sinken tendenziell weiter.

Ein Beitrag von Gunnar Harms

Das Problembewußtsein schärft den Blick

Mit im Gegenzug absehbar stetig steigenden CO2-Bepreisungen auf internationaler und nationaler Ebene und immer strengeren Klimagesetzen haben die einstigen Gewinnbringer und Geldmaschinen ein Problem: Sie werden zu regelrechten Risikoanleihen. Vom nationalen Champion zum Pennystock – sofern sie sich nicht schnell genug von ihren bisherigen Geschäftsmodellen verabschieden.

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„Strukturwandel braucht langen Atem“: Partizipation im Rheinischen Revier


30.11.20 | von


Der Kohleausstieg ist politisch beschlossen (BMWi 2020). Der Bund begleitet und fördert den Strukturwandel in den deutschen Braunkohlerevieren mit rund 40 Milliarden Euro bis zum Jahr 2038 (Bundesregierung 2020). Im Rheinischen Revier hat die Förderung besonders wichtiger Vorhaben unter großem Zeitdruck bereits begonnen. Die Ziele: nachhaltige Infrastrukturen aufbauen, Arbeitsplätze schaffen, die Wirtschaftsstruktur diversifizieren und Klima-, Natur- und Umweltschutz betreiben, um die  Klimaziele zu erreichen und die Region zukunftsfähig zu machen. Dieser Zeitdruck hat negative Folgen für die Beteiligung und die Qualität der Förderung!

Ein Beitrag von Jan-Hendrik Kamlage, Julia-Lena Reinermann, Ute Goerke, Sonja Knobbe & Nicole de Vries

FZJ Sascha Kreklau / KWI
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‚Diese jungen Leute‘


30.09.20 | von


„Irgendwas mit Medien“ – das war lange Zeit die Standardantwort junger Menschen auf die Frage, was sie später einmal beruflich machen wollen. Viele Beobachter belächelten die Vorstellungen und sahen darin die Genetik einer planlosen Generation, die magisch getrieben vom Glanz der neuen Medien, ihr Glück in einer modernen Zukunft suchten. Und tatsächlich, im Dickicht der diffusen Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten blieben oft auch Träume auf der Strecke und versteckte sich manche Enttäuschung. Dennoch hat die hohe Anziehungskraft von Medien dazu geführt, dass unsere Gesellschaft im Laufe der Zeit digitaler, kommunikativer und informierter wurde – gerade in Corona-Zeiten konnten wir erfahren, wie wichtig diese skills sind. Transformation braucht eben immer auch Träumer und Pioniere.

Gleichzeitig haben wir in den letzten zwei Jahren in Sachen Klimaschutz eine extrem engagierte und fordernde junge Generation erlebt, die ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt, für sie kämpft und ordentlich gesellschaftlichen Druck macht. Das ist kein Selbstzweck, sondern ein klares (An)gebot an unsere Gesellschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Dieses Engagement verdient es, von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nach besten Kräften unterstützt zu werden. Engagement darf keine Einbahnstraße sein, das wäre gesamtgesellschaftlich gesehen zu kurz gesprungen. Wir sollten alles dafür tun, dass die, die sich jetzt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzen, auch die Macher und Entscheider von Morgen in Wirtschaft, Industrie und in zivilgesellschaftlichen Organisationen werden, denn wir werden sie dringend als qualifizierte Fachkräfte für die vor uns liegenden Herausforderungen im Klimaschutz brauchen.

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Klimaheiler Homeoffice? Vielleicht.


31.08.20 | von


Corona wirkt wie eine Lupe. Einerseits im Sinne eines Vergrößerungsglases, das bestimmte Bereiche unseres Lebens in der Wahrnehmung anwachsen, ihre Bedeutung ansteigen oder den Raum in der öffentlichen Debatte anschwellen lässt, beispielsweise bei Fragen des ÖPNV, die auch in unserem Juli-Newsletter beleuchtet wurden. Andererseits im Sinne eines Brennglases, das viele Bereiche oder Vorgänge auf einen Punkt konzentriert, der dadurch hell erleuchtet wird, aber gleichzeitig droht zu überhitzen, wie zum Beispiel die Verlagerung des gesamten Lebens in die eigenen vier Wände.

Welche Folgen diese Effekte letztendlich haben oder ob wirklich Lehren daraus gezogen werden können, lässt sich heute noch nicht abschließend abschätzen. Zahlen müssen gesammelt und Studien durchgeführt werden. Nach einem halben Jahr mit Corona in Deutschland, lohnt sich dennoch ein genauerer Blick auf die entstandene Dynamik, nicht um alle Antworten zu finden, sondern um die richtigen Fragen zu stellen. Dabei soll es heute um den Bereich gehen, der seit Monaten in aller Munde ist: das Homeoffice.

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„Wumms“, Wasserstoff und Windenergie


22.06.20 | von


© fotolia.com / #188138761

Bislang sind die Unternehmen der Wasser- und Energieversorgung gut durch die Krise gekommen. Dieses Fazit lässt sich im Juni 2020 ziehen. Gelsenwasser hat wie viele Andere den operativen Betrieb frühzeitig entsprechend organisiert, um das Infektionsrisiko bei den Mitarbeitenden so gering wie möglich und die öffentliche Versorgung dabei jederzeit aufrecht zu erhalten

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Wasserstoff: Grüne Energie für eine klimaneutrale Industrie?


12.05.20 | von


© In4climate.NRW

Die Welt muss grüner werden, Europa dabei voran gehen. Mit dem „European Green Deal“ hat die EU-Kommission ambitionierte und wichtige Klimaziele festgelegt: eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 55 Prozent bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050. Insbesondere der Industrie schreibt die EU im „Green Deal“ eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz zu. Eine große Herausforderung und gleichermaßen Ansporn, Lösungen zu finden.

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Blauer Himmel über der Ruhr – wer zahlt den Preis dafür?


07.01.20 | von


Am 21. Dezember 2018 hieß es ganz offiziell „Schicht im Schacht!“. Auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop wurde das letzte „Schwarze Gold“ nach über Tage gefördert und damit endete ein wichtiges Kapitel in der Geschichte Nordrhein Westfalens. Selten hat ein Wirtschaftszweig Land und Leute so geprägt und eine Region in der Welt bekannt gemacht, wie der Steinkohleabbau an der Ruhr.Weiterlesen »

„Mehr Bildung!“ weitergedacht – Gebäude klimaschonender machen


12.12.19 | von


Auf sämtlichen Nachhaltigkeitsveranstaltungen wird immer wieder der Ruf nach mehr Bildung laut! Geht es wirklich um mehr Bildung? Angesichts der knappen Zeit ist es schwierig genug, passende Weiterbildungstermine im Kalender unterzukriegen. Sollte die Forderung nicht eher auf die „richtige“ Bildung abzielen? Wie aber kann diese in unserer heutigen Welt konkret aussehen, damit schneller gute Entscheidungen getroffen werden und gemeinsam zielführend gehandelt wird, statt an alten Routinen festzuhalten?

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