Klimadiskurs-NRW

Richtig dämmen – ein Bauherren-Ratgeber für Sanierung und Neubau


Arnold Drewer hat für die STIFTUNG WARENTEST einen Ratgeber erstellt, mit dem Dämmen einfacher und Fehler vermieden werden sollen.

von Arnold Drewer

Im Jahr 2019 sind die bundesweiten CO2-Emissionen im Gebäudebereich von 117 (2018) auf 122 Mio to/a angestiegen. Wie sollen da die 70 Mio to CO2-Emissionen/a in 2030 erreicht werden?

Das von Arnold Drewer (IPEG-Institut für preisoptimierte Gebäudesanierung, Paderborn) erstellte und von STIFTUNG WARENTEST herausgegebene Bauherren-Handbuch will dort Hilfestellung leisten:

Mit allen gängigen Mythen und Märchen wird aufgeräumt: „Dämmung erzeugt Schimmel“, „das Haus kann nicht mehr atmen“, „Dämmung brennt“, „ein bisschen Dämmung reicht schon aus“, „man kann sich auch zu Tode dämmen“, „wir Deutschen müssen es auch immer übertreiben“, u.v.a.m.

Es werden 33 Dämmverfahren ausführlich und mit Bildern und Grafiken vorgestellt. Ja, Dämmung ist mehr als Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) und Dachdämmung! Die wirtschaftlichste – und ökologischste – Dämmdicke wird bei den Konstruktionen WDVS und im Bereich der obersten Geschossdecke (OGD) vorgestellt und nachgewiesen. Es wird ein kompletter Überblick über die Förderlandschaft im Bereich der energetischen Altbausanierung gegeben. Die 22 wichtigsten Dämmstoffe werden ausführlich vorgestellt; dazu gehören auch weitere Hoch- und Höchstleistungsdämmstoffe sowie ökologische Varianten.

Um den Hausbesitzer zu animieren, auch selber Hand anzulegen, werden auch unspektakuläre Selberbau-Konstruktionen wie die Dämmung von Rollladenkästen, Bodentreppen, Kellerdecken und weitere ‚Do-it-yourself‘-Konstruktionen ausführlich vorgestellt und beschrieben. Nach Schätzungen des IPEG-Institutes gibt es deutschlandweit mehr als 100 Mio ungedämmte Rollladenkästen – ein Potential, was noch gehoben werden muss. Natürlich sind diese Tipps Teil des Buches wohlwissend, dass man mit der Dämmung der Rollladenkästen nicht „die Welt retten kann“ – dennoch wäre auch damit ein Anfang gemacht.

Auch vor Fehlern bei der nachträglichen Wärmedämmung wird gewarnt, nämlich der Ignorierung von Hohlschichten. Nach Schätzungen von IPEG gibt es in deutschen Gebäuden mehr als 1,5 Mrd. m² belüftete Hohlschichten in Wand, Dachschrägen, Decken, Böden, Dächern und bei Gebäudetrennfugen, die sehr kostengünstig gedämmt werden können – und dabei noch die Luftdichtung gewährleisten. Es werden Fehler bei der Dämmplanung verständlich erläutert und beschrieben: so macht es keinen Sinn, ein nicht bewohntes Dach zu dämmen – anstelle der sehr kostengünstig zu installierenden Dämmung der OGD. Ausführungsfehler werden beschrieben und geben z.B. bei WDVS dem Hausbesitzer eine Hilfestellung bei der Qualitätskontrolle gegenüber dem Handwerker. Dabei stehen verschiedene Gebäudetypen im Fokus, neben dem Altbau finden auch die Themen „Passivhausbau“ sowie „Luftdichtung“ im Neubau Erwähnung.

Das Buch versteht sich als Hilfestellung nicht nur für interessierte Hausbesitzer, sondern auch für Fachleute auf allen Ebenen (Energieberater, Wohnungsbaugesellschaften, Handwerker, Architekten, facility-Manager, Politiker usw.). Es ist zu beziehen im online-shop von STIFTUNG WARENTEST unter https://www.test.de/shop/eigenheim-miete/richtig-daemmen-sp0586/ (29,90.€, ISBN-Nr 978-3-7471-0197-1).