Smart Waste Tal

Digitale Lösungen für den zirkulären Wandel

Dr. Imke Schmidt, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH & Giulia Zimmer, Competence Center Smart City der Stadt Wuppertal

Routinen ändern, Ressourcen schonen – eine zentrale Herausforderung für die Gesellschaft. Imke Schmidt und Giulia Zimmer aus dem Projekt Smart Waste Tal zeigen, wie Digitalisierung für Abfallvermeidung und -sortierung in Wuppertal zum Einsatz kommt und so den Wandel hin zu einer klimafreundlichen und ressourcenleichten Gesellschaft unterstützt.

Die Herausforderung: Routinen ändern, Ressourcen im Kreislauf halten

Die Kreislaufwirtschaft hat das Ziel, den Wert von Rohstoffen und Produkten so lange wie möglich zu erhalten. Sie ist ein zentrales Instrument, um Umweltbelastungen zu mindern, Ressourcen zu schonen und einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Für einen Wandel vom vorherrschenden linearen Wirtschaftsmodell (Produzieren-Nutzen-Wegwerfen) hin zu einer Kreislaufwirtschaft sind Konsummuster der Gesellschaft zentral. Produkte weiter zu nutzen, Abfälle zu vermeiden und Müll bestmöglich zu trennen, sind dabei Schlüsselkomponenten für eine klimafreundliche und ressourcenleichte Gesellschaft. Ein wesentliches Hindernis ist jedoch, dass viele Bürger*innen, obwohl sie nachhaltiger handeln möchten, an eingefahrenen Routinen scheitern oder ihnen ganzheitliche, leicht zugängliche Informationen im Konsumalltag fehlen. Da die Klärung von Optionen zur Reparatur oder Wiederverwendung zeitaufwändig erscheint, ist das Wegwerfen oft der einfachere Weg. Genau hier setzt das Projekt Smart Waste Tal an.

Das Projekt Smart Waste Tal: Digitale Lösungen für mehr Kreislaufwirtschaft

Unter dem Leitmotiv „Smarte Lösungen für eine nachhaltige Zukunft“ entwickelt das Projekt Smart Waste Tal digitale Anwendungen. Diese Technologien sollen nachhaltige Konsumentscheidungen der Bürger*innen fördern, indem sie diese vereinfachen und verbessern. Ziele des gemeinsamen Projekts des Competence Center Smart City der Stadt Wuppertal, des Wuppertal Instituts, der Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH und Circular Valley sind die Abfallvermeidung und -sortierung mithilfe digitaler Lösungen in Wuppertal: einerseits durch einen KI-Chatbot, mit dem Bürger*innen (defekte) Produkte scannen können, um Informationen zu Optionen wie Reparatur, Verkauf, Verleih oder der richtigen Entsorgung in ihrer unmittelbaren Nähe zu erhalten – und andererseits als Gamification-Ansatz, der die Wuppertaler*innen durch Anreize spielerisch zu hochwertiger Biomülltrennung motiviert. In dem Projekt werden verschiedene Funktionen in einer Anwendung  gebündelt. Es unterstützt Bürger*innen genau dann, wenn sie über das Nutzungsende eines Produkts nachdenken, um sie zur Weiternutzung, Reparatur oder richtigen Entsorgung anzuregen.

Jetzt mitmachen: Wuppertaler*innen werden zu Talhelden

Im Rahmen der Aktion „Talhelden“ wird aktuell die aktive Unterstützung der Bürger*innen gesucht. Die Teilnehmenden nutzen eine App, die Informationen zur richtigen Trennung und Verwertung von Biomüll einfach und unterhaltsam vermittelt. Das Besondere: Ein Müllfahrzeug mit Sensorik scannt den Biomüll und die App liefert direkt Feedback zu Fremdstoffen. Bei erfolgreicher Teilnahme an der Aktion besteht die Chance, attraktive Freizeitgutscheine bei einer Verlosung zu gewinnen – darunter Gutscheine für den Grünen Zoo, das Visiodrom und den Wuppertaler SV. Anmeldefrist ist der 15. Januar.