Klimadiskurs-NRW

Stadtwerke in der Energiewende


am 16.10.15 von Heinz Baues gepostet
Über die Rolle der Stadtwerke in der Energiewende wird auf der KLIMA.WERKSTATT am 9. November diskutiert © KlimaDiskurs.NRW e.V.

Über die Rolle der Stadtwerke in der Energiewende wird auf der KLIMA.WERKSTATT am 9. November diskutiert © KlimaDiskurs.NRW e.V.

Das Gelingen der Energiewende ist Voraussetzung für die Erreichung der Klimaschutzziele. Die  breite gesellschaftliche Übereinkunft, dass der globalen Herausforderung des Klimawandels durch regional abgestimmte  Maßnahmen von Klimaschutz und Klimaanpassung begegnet werden muss, wurde von der Politik durch den Anspruch zur nachhaltigen Gestaltung der Gemeinschaftsaufgabe Energiewende aufgegriffen, die gleichzeitig der Schlüssel zur Erreichung unserer  klimapolitischen Ziele ist.

Dabei erfordert die Energiewende eine tief greifende Transformation des Energiesystems, die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vor große Herausforderungen stellt. Insbesondere Nordrhein-Westfallen  nimmt als größtes  Industrie- und Energieland Deutschlands bei der Umsetzung der Ziele der Energiewende eine Schlüsselrolle ein.

Akzeptanz in der Bevölkerung ist Grundlage für das Gelingen der Energiewende
Die dafür notwendigen Maßnahmen müssen unter sozialen, wirtschaftlichen und klimapolitischen Aspekten  sorgfältig austariert werden, damit sie gesellschaftspolitische Akzeptanz finden und nachhaltig wirksam sein können. Partizipation, die Teilhabe z. B. durch Mitwirkung ist eine gesellschaftspolitische Grundvoraussetzung  für die Akzeptanz, die weitere – manchmal entscheidende – Stärkung durch eine erfolgreiche regionale Wertschöpfung erfahren kann.

Stadtwerke in der Energiewende
Es gibt bisher viele gute Beispiele dafür, dass die Stadtwerke bei der Mitwirkung an der Umsetzung der Ziele der Energiewende eine vorbildliche Rolle gespielt haben. Auch zukünftig geht es darum, das Potential der Stadtwerke für die Energiewende Zukunft weisend zu nutzen: sowohl was die erfolgreiche regionale Wertschöpfung angeht wie auch bei der Teilhabe der Bürger in der jeweiligen Kommune bzw. Gebietskörperschaft.
Voraussetzung dafür ist jedoch u. a. auch, dass die Rahmenbedingungen auf Bundesebene entsprechend gestaltet werden und auf EU-Ebene keine Rahmenbedingungen entgegenstehen oder entgegen stehende modifiziert werden.

Der Energiemarkt und die Stadtwerke
Aktuell wird der energiepolitische Rahmen mit Blick auf die anstehenden Transformationsaufgaben der Energiewende von der Bundesregierung neu gestaltet. Das Strommarktgesetz, das Kraft-Wärmekopplungsgesetz, die Anreizregulierung, das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sowie andere gesetzliche Vorgaben sind derzeit in der Diskussion bzw. sind in Vorbereitung.

Für das Industrie- und Energieland Nordrhein-Westfalen ist insbesondere u. a. auch und gerade der von Bundeswirtschaftsminister Gabriel vorgelegte  Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Strommarktes von besonderer Bedeutung. Er muss für uns Planungs- und Investitionssicherheit mit der Einhaltung der Klimaschutzziele verbinden. Welches Marktdesign  hier  im Einzelnen anzustreben ist, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Nordrhein-Westfalen zu erhalten und auszubauen und die Versorgungssicherheit und -qualität auf dem heutigen Niveau zugunsten von privaten Verbrauchern und der Wirtschaft zu erhalten und gleichzeitig eine bezahlbare und klimafreundliche Stromversorgung sicher zu stellen, ist derzeit Gegenstand der politischen Diskussion.
Ob es um den Ausbau der erneuerbaren Energien geht, den Fortbestand und den Ausbau der umwelt- und klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung, um die probabilistische Ausgestaltung der Versorgungssicherheit und ihre grenzüberschreitende Gewährleistung, die sogenannte Spitzenlastkappung,  die Kapazitäts- und Klimareserve oder die Chancen, die Risiken oder die Kostenverteilung beim zukünftigen Netzausbau nicht nur der Übertragungs- sondern auch der Verteilnetze etc., unser Land Nordrhein-Westfalen, unsere Bürger und unsere Wirtschaft und Zivilgesellschaft, wir alle sind  von den Weichenstellungen betroffen und sind aufgerufen Position zu  beziehen.

Klimawerkstatt – Ihr Beitrag zur Meinungsbildung ist gefragt
Die Klimawerkstatt am 09.November 2015 in Oberhausen gibt hier die Gelegenheit, sich mit diesem hoch aktuellen Themenkanon zu befassen. Vertreter aus Politik, kommunalen Unternehmen, aus dem Verbraucherschutz und aus der Wissenschaft werden sich mit den Themen in Vortrag und Gesprächsrunde umfassend und kompetent befassen.

Workshops – gemeinsame Ziele und Handlungsschritte
Gerade im Rahmen der Energiewende ist eine systematische und  Sektor übergreifende Sicht der verschiedenen Felder der Energiewirtschaft vor Ort Richtung weisend. Daraus sind Geschäftsfelder für die Stadtwerke entstanden, weitere lassen sich entwickeln.

Ein Beispiel für diese übergreifende Sicht ist das Thema Wärme. Neben der gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme bzw. Kälte bspw. durch die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung ist mit fortschreitender Umsetzung der Energiewende darauf zu achten, dass Wärme zunehmend klimaneutral zur Verfügung gestellt werden kann. Einer der Workshops hat dies zum Thema. Ihre Erfahrungen, Ihre Meinung und Ihre Vorschläge sind gefragt.
Zunehmend weist z. B. ein weiterer Entwicklungsweg in die Richtung einer ausgedehnteren und möglicherweise auch qualitativ erweiterten Zusammenarbeit der Stadtwerke mit der Wohnungswirtschaft. Was da vielleicht mehr geht, das wird Thema eines weiteren Workshops der Klimawerkstatt sein.
Mehr geht sicher auch bei der Mobilität. Viele gute Beispiele gibt es bereits, vieles ist jedoch noch zu tun. Dazu sind natürlich die richtigen Rahmenbedingungen wie z. B. Marktanreize nötig. Was schon gemacht wurde, was dabei als Ergebnisse Grundlage für weitere Projekte im kommunalen Bereich heraus gekommen ist und welchen Weg die Elektromobilität gehen wird, darüber wird in den zwei weiteren Workshops diskutiert.
Das Thema Energieeffizienz war seit jeher ein Thema der Stadtwerke. Taugt dieses Thema zum Geschäftsmodell? Gibt es hier gute gelungene Beispiele und Zukunft weisende Erfahrungen? Auch diesen Fragen widmen sich zwei Workshops.

Die  Klimawerkstatt am 9. November 2015 bietet Ihnen die Gelegenheit, Themen des Klimaschutzes offen zu diskutieren auf einer Plattform, die sich dem Klimaschutz und der dafür grundlegenden Energiewende verpflichtet sieht, die Gegensätze in den Interessen jedoch nicht leugnet. Denn umso eher sind darauf aufbauend gemeinsame Ziele und entsprechende Handlungsschritte zu identifizieren.

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